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Der Blick ins Detail, schauen Sie genauer hin, es lohnt sich.
Auf dem Werksgelände der Calcis Warstein GmbH & Co. KG wurde am 16.04.2026 eine Testanlage zur Abscheidung von CO2 aus Abgas feierlich in Betrieb genommen. Neben den Akteuren waren zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und regionalen Behörden dazu eingeladen, die Anlage zu besichtigen und sich über diesen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität zu informieren.
Calcis Warstein produziert seit 1932 Branntkalk aus heimischem Kalkstein. Branntkalk ist unverzichtbar in z.B. der Stahl-, Chemie- und Baustoffindustrie sowie vielen Umweltschutzanwendungen. Bei der Herstellung wird Kalkstein auf über 800°C erhitzt, wodurch unausweichlich das im Stein gebundene CO2 entweicht. Um zukünftig klimaneutral zu produzieren, muss das CO2 abgeschieden werden. Hierfür gibt es in der Kalkindustrie noch keine Standardlösung. Etablierte Verfahren wie Aminwäschen arbeiten vorzugsweise mit Dampf, der bei der Kalkherstellung nicht entsteht. Daher bedarf es der Erforschung neuer Verfahren.
Mit dieser nun gestarteten Pilot-Anlage soll eine Alternative getestet werden, die ca. den halben Energieverbrauch benötigt. Mit dem Pilotprojekt will Calcis Warstein gemeinsam mit 10 weiteren Unternehmen der Kalk- und Dolomitindustrie (Johann Bergmann, Kalkwerke Otto Breckweg, HANS G. HAURI KG, Kalkwerke H. Oetelshofen, Köhler Kalk, Märker Kalk, SCHAEFER KALK, Hermann Trollius, Wünschendorfer Dolomitwerk, Zement- und Kalkwerke Otterbein) dem Anlagenhersteller (BORSIG) sowie der Forschungsgemeinschaft der Kalkindustrie e.V. einen weiteren Schritt in Richtung klimaneutrale Kalkherstellung machen. Trotz der aktuellen Wirtschafts- und Energiekrise wird das Projekt aus ausschließlich aus Eigenmitteln der Firmen finanziert.
Die Anlage soll 1 Jahr, kontinuierlich betrieben werden, um anhand entsprechender Messdaten beurteilen zu können, ob es möglich ist, mit diesem Membran-Verfahren CO2 nachhaltig und wirtschaftlich aus dem Abgas zu filtern. Dabei liegt der Fokus auf der Gas-Durchsatzmenge und der Standzeit der Polymer-Membran. Sollten die Ergebnisse positiv ausfallen und sich als belastbar darstellen, ist ein großtechnischer Einsatz der Anlagentechnologie geplant.
Doch das kann die Kalkindustrie nicht allein erreichen. Es braucht weitere Voraussetzungen, um die Ziele regulatorisch, wirtschaftlich darstellbar und mit der passenden Infrastruktur umzusetzen. Es braucht wettbewerbsfähige Energiekosten, abgesenkte Steuern und Netzentgelte sowie einen beschleunigten Netzausbau bei Strom- und Wasserstoff. Zusätzlich braucht es den zügigen Aufbau eines CO2-Transportnetzes und On- sowie Off-shore Speicherung von CO2 in Deutschland. Auch das Planungs- und Genehmigungsrecht muss vereinfacht und das Immissionsschutzrecht angepasst werden. Die Bedarfe sind vielfältig und dringend.
Genaueres lässt sich auch im Dokument „Klimaneutraler Kalk – unsere Roadmap 2045“ des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie e.V. nachlesen. In der Roadmap wird eines klar: Die Kalkindustrie will die Produktion so umstellen, dass spätestens 2045 alle Werke ihre Kalkprodukte ohne CO2-Ausstoß, also klimaneutral, produzieren können. Durch die Fähigkeit von gebranntem Kalk, wieder CO2 aus der Luft einzubinden, wird die Industrie sogar klimapositiv.
Um Investitionen wagen zu können braucht es neben der Erforschung neuer Anlagentechnologien wie in dem hier gezeigten Vorhaben vor allem eines: Planungssicherheit. Diese wird durch gesicherten Kalksteinabbau, Beihilfen bei der Implementierung der neuen Anlagentechnik – wie Klimaschutzverträge oder andere Förderinstrumente – und einen wettbewerbsfähigen Industriestrompreis erreicht.
Wichtig aber ist, die Kalk Industrie macht sich auf den Weg und geht voran, auch wenn viele Rahmenbedingungen noch nicht erfüllt sind.
Calcis, 16.04.2026
Energie ist wertvoll und der Umgang mit ihr sollte bewusst geschehen. Das ist jedem spätestens dann klar geworden, als die Energiepreise zu explodieren begannen. Nicht nur deshalb hat HAURI im vergangenen Jahr im Werk Merdingen in eine Abwärmeanlage investiert.
Erst vor sechs Jahren hatte HAURI mit der größten Investition in der Firmengeschichte den Kalkofen in Merdingen erneuert. Bereits damals ging es darum, den Brennprozess energieeffizient zu optimieren und damit sowohl Kosten als auch den CO₂ Ausstoß zu senken.
Beim Brennen in dem neuen High-Tech Ofen entstehen Temperaturen von circa 1.200 Grad Celsius. Die dabei entstehende Abwärme wurde bis jetzt nicht genutzt. Durch den Einbau einer entsprechenden Anlage ist dies nun anders. HAURI nutzt nun, was sowieso schon da ist. Damit dies gelingen konnte mussten Rohrleitungen neu gebaut und in intelligente Computersteuerungen investiert werden.
Mitte 2022 wurde die Idee zum Konzept geboren und Ende des selben Jahres wurden bereits die Baumaßnahmen durchgeführt. Nach fast dreimonatiger Nutzung kann man jetzt beurteilen, dass das Projekt ein Erfolg ist. Es wird bei standardmäßiger Nutzung der Anlage ca. 3,5 Mio. kWh Erdgas pro Jahr eingespart.
Die Einsparung von Gas aufgrund des Ukrainekonfliktes hat besondere Bedeutung, aber jeder nicht getätigte Verbrauch reduziert auch die CO₂-Emission. Im Falle des Umbaus beläuft sich die Einsparung auf 600 Tonnen CO₂. Eine stolze Zahl, die auch die Spezialisten der Fa. Maerz beeindruckt hat.
Der Name «Maerz» steht seit Anbeginn für Spitzentechnologie und Innovation in der Kalkindustrie. Der in den 1960-er Jahren entwickelte GGR-Ofen ist heute der weltweit meistgebaute und wegen seines optimierten Energieverbrauchs wichtigste Ofentyp in der Kalkindustrie.